Call of Duty: Chefs wegen "Insubordination" gefeuert (Upd.)
Breitschultrige Unbekannte tauchen ohne Begruendung bei Infinity Ward auf
Die Pflicht ruft nicht mehr fuer Jason West und Vince Zampella: Die beiden Chefs von Infinity Ward, dem Studio hinter Call of Duty, sollen von Activision Blizzard wegen Vertragsverletzung und Gehorsamsverweigerung unter angeblich spektakulaeren Umstaenden entlassen worden sein.
Es klingt wie ein PR-Gag, ist es aber nicht: Jason West und Vince Zampella, die beiden Chefs des hinter der Reihe Call of Duty steckenden Entwicklerstudios Infinity Ward, wurden offenbar von Studioeigner Activision Blizzard entlassen. In einer offiziellen Mitteilung an die US-Boersenaufsicht schreibt der Publisher: "Das Unternehmen untersucht eine interne Personalangelegenheit, bei der es um Vertragsverletzung und Insubordination (Gehorsamsverweigerung) von zwei leitenden Angestellten bei Infinity Ward geht. Die Angelegenheit fuehrt wahrscheinlich zu Rechtsstreitigkeiten und dazu, dass wichtige Mitarbeiter gehen". Ob mit dieser Pflichtmeldung tatsaechlich West und Zampella gemeint sind, ist nicht sicher, aber wahrscheinlich.
Laut Meldungen amerikanischer Medien berichten Mitarbeiter bei Infinity Ward, West und Zampella haetten eine morgendliche Besprechung mit Vertretern von Activision gehabt. Seitdem seien sie nicht mehr gesehen worden. Im Tagesverlauf seien auffaellig breitschultrige Maenner in Zivil in das Entwicklerstudio gekommen, die jede Begruendung fuer ihr Erscheinen verweigert haetten. Jason West bezeichnet sich in Profilen auf sozialen Netzwerken mittlerweile als "arbeitslos".
Die Hintergruende der Vorgaenge sind unklar. Wahrscheinlich geht es darum, welches Studio kuenftig an welcher Fortsetzung von Call of Duty arbeitet. Das Team bei Treyarch - bereits zustaendig fuer den Ende 2008 veroeffentlichten Teil 5 - arbeitet an Teil 7, der wohl Ende 2010 erscheint und Geruechten zufolge in einem Kalter-Krieg-Szenario spielt. Ausserdem produziert laut Activision Blizzard ein bislang ungenanntes Team einen weiteren Beitrag zu der Serie. Infinity Ward wiederum wollte unbestaetigten Meldungen zufolge eigentlich nicht einfach eine Fortsetzung programmieren, sondern entweder einen Ausflug in ein anderes Szenario versuchen, oder ein grosses Onlinespiel rund um Call of Duty stricken - was moeglicherweise beides nicht zu den Wuenschen von Activision gepasst hat.
Mittlerweile hat auch Studiochef Vince Zampella sein Profil im sozialen Netzwerk Linkedin geaendert. Er nennt Infinity Ward jetzt nicht mehr als seinen Arbeitgeber, sondern laesst den Eintrag offen - was offensichtlich bedeutet, dass er bei dem Entwicklerstudio nicht mehr taetig ist. Zampella gilt als einer der "Vater" von Call of Duty, der besonders grossen Einfluss auf die Reihe gehabt hat.
Quelle: golem.de |